Bist Du auf dem richtigen Weg, der Dich glücklich macht?

Bist Du auf dem richtigen Weg, der Dich glücklich macht?

Diese Woche habe ich mir eine kleine Auszeit im Süden genommen. Ich habe einige Schreibarbeit zu erledigen und dachte, ich könne das konzentrierter erledigen weit weg von meiner Familie. Als ich gestern am Strand entlanglief und über dieses und jenes nachdachte, drehte ich mich um und sah meine Spuren im Sand. Da kam mir ein sehr negatives Feedback in den Sinn, das ich auf meine letzten Freitagsgedanken erhalten habe. Und zeitgleich der Impuls, Dich zu fragen, ob Du auf dem Weg, auf dem Du gerade unterwegs bist, glücklich bist. Über gerade Wege und Umwege, übers Stehenbleiben und Weiterlaufen geht es heute in den Freutagsgedanken.

Bin ich auf dem richtigen Weg?

In den letzten Freutagsgedanken hatte ich darüber berichtet, wie man mit ungeliebten Gefühlen umgeht und in diesem Zusammenhang über den Tod von mir sehr geliebten Menschen geschrieben. Daraufhin schrieb mit eine Frau auf Facebook, dass ich vor nichts zurückschrecke, um mich zu vermarkten und dass sie glaube, dass ich nicht auf dem richtigen Weg sei. Ich kenne diese Frau persönlich gar nicht, akzeptiere aber ihre Meinung – ohne sie zu meiner Meinung zu machen.

Es ist so leicht, vom „richtigen Weg“ weggebracht zu werden

Aber vielleicht kennst Du sowas auch: Du hast Vorstellungen davon, was Dir gut gefallen würde und dann kommt jemand und verunsichert Dich mit irgendwelchen Einwürfen und Meinungen. Aus der Kindheit kennen wir das alle. Viele Ziele und Wünsche wurden von den Eltern einfach weggewischt. Meine Schwester wollte immer Krankenschwester werden, doch mein Vater meinte, damit verdiene sie nicht genug Geld. Ich bin mir sicher, ihre Seele wäre in dem Beruf aber genau richtig aufgehoben gewesen.Erst ist es der Vater oder die Mutter, später der Partner/ die Partnerin, die unsere Träume zum Platzen bringen. Mit Einwänden, die durchaus stimmen mögen, aber die trotzdem eigentlich viel weniger wiegen als die Realisation unserer Träume. Leider nehmen wir Einwände anderer oft ernster als unsere Träume.

Frage Dich öfter: Ist das der Weg, den ich gehen möchte?

Oftmals schlagen wir dann einen Weg ein, der nicht der unsrige ist, auf dem wir trotzdem tapfer voran schreiten und immer weitergehen. Weil wir ihn nun einmal eingeschlagen haben. Weil wir uns nicht zurücktrauen. Weil wir andere nicht verletzen wollen. Weil wir Umwege als Versagen definieren. Es gibt viele Gründe, um auf dem Weg zu bleiben. Doch ab und an sollte man stehen bleiben und reflektieren: ist das eigentlich der Weg, den ich gehen möchte? Warum diese Frage so wichtig ist? Wenn man lange genug auf dem „falschen“ Weg unterwegs ist, besteht die Gefahr, krank zu werden. Viele merken, dass ihr Weg sie nicht glücklich macht und was machen sie? Sie bleiben nicht stehen und reflektieren. Sie laufen noch schneller. Denn je schneller das Hamsterrad sich dreht, desto weniger spürt man, wie unzufrieden und unglücklich man ist. Am Ende stehen garantiert ein Burnout oder andere körperliche und seelische Beschwerden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat mir für mein Buch „Ab heute singe ich unter der Dusche“ erzählt, dass sie als junge Frau immer glaubte, irgendwann wenn sie 30 sei, würde Das-sich-selbst-Hinterfragen, wer sie sei und wohin sie wolle, aufhören. Und dann wurde sie 30 und sie musste feststellen, dass das nie aufhört. Dass das An-sich-arbeiten lebenslänglich gilt. Malu Dreyer weiß schon lange, welches Privileg es ist, an sich selbst arbeiten zu dürfen.

Persönlichkeitsentwicklung konnte man sich früher kaum leisten

Denn die eigene Persönlichkeit entwickeln zu dürfen, sich selbst regelmäßig zu reflektieren, können wir uns nur leisten, wenn unsere Grundbedürfnisse gestillt sind. Die Generationen vor uns waren so sehr mit Überleben beschäftigt, dass da keine Zeit und Kraft mehr war, sich zu fragen, ob man seine Persönlichkeit noch ein bisschen entwickeln könne. Aber wir haben diese Möglichkeit und sollten den Luxus auch nutzen.

Umwege bringen Dich vielleicht erst auf Deinen richtigen Weg

Also ab und an mal stehen bleiben und sich fragen: Ist das noch mein Weg? Oder muss ich eine Schlaufe gehen, einen Umweg, um herauszufinden, ob etwas, wovon ich schon lange träume, tatsächlich die Erfüllung ist. Selbst wenn man dann feststellt, dass sich der Traum in der Wirklichkeit gar nicht so toll anfühlt, dann wissen wir es wenigstens und trauern nicht ewig einem Traum hinterher. Außerdem: Umwege erhöhen die Ortskenntnisse. Also keine Angst, mal eine Schlaufe zu laufen. Vielleicht muss man aber auch gänzlich umdrehen und eine neue Abzweigung finden. Auch davor scheuen ganz viele zurück. Man hat auf dem alten Weg schon so viel erreicht und hat es sich doch im Großen und Ganzen ganz nett eingerichtet. Doch was nützt das, wenn man dabei nicht wirklich glücklich ist? Schritte zurückzugehen, erfordert viel Mut. Aber mit der Aussicht auf ein Leben, das einen mehr erfüllt, lassen sich viele Schritte zurückgehen.

Nutze den November, um den richtigen Weg zu finden

Der November ist mit seiner Tristesse eigentlich der richtige Monat, um zurück und nach vorne zu blicken. Zurück, um festzustellen, ob man da, wo man steht, gerne steht. Und wenn nicht, um nach vorne zu blicken und um Pläne fürs nächste Jahr zu machen. Elisabeth Kolz, eine tolle, engagierte Frau aus Mainz, Geschäftsführerin des Vereins E.U.LE., der Unternehmer und Unternehmerinnen bei der Gründung berät, hat mir – ebenfalls für mein Buch – erzählt, dass sie jeden November Pläne für das kommende Jahr schmiedet. Wohin will sie reisen? Welche Fortbildung will sie machen? Welche Menschen endlich mal wieder treffen? Und Michael Rossié, Schauspieler und Trainer aus München und der einzige Mann, den ich für das Buch interviewt habe, schließt in seine Pläne das Was-will-ich-nächstes-Jahr-NICHT-mehr-tun mit ein. Mit diesen Gedanken, was will ich mehr tun und was nicht mehr, kann man dem trüben November ein bisschen was von seinem grau nehmen und daran arbeiten, ein bisschen mehr Farbe ins eigene Leben zu bekommen.

Finde den richtigen Weg für Dich – auch wenn andere das doof finden

Meine Spuren im Sand waren schnell vom Meer verschluckt. Aber mein Gefühl, dass ich mit der LebensWandlerin auf dem richtigen Weg bin, weil es mich zutiefst erfüllt, wenn ich Vorträge halten darf und die Menschen mir spiegeln, dass sie hilfreiche Impulse mit nach Hause nehmen können, kam durch das eine, sehr kritische Feedback nicht ins Wanken. Ich bin als Mensch, Coach und Fernseh-Moderatorin (und gerade im letzten Bereich sagen mir täglich alle möglichen Menschen, was sie als gut oder schlecht sehen) sehr offen für die Meinung anderer. Aber je älter ich werde, desto mehr erlaube ich mir, die Kritik anderer genau zu hinterfragen, ob ich mir den Schuh anziehen muss oder nicht.
Und das wünsche ich Dir auch: dass Du offen bist für die Meinung anderer, Dir aber nicht alles anziehst. Sondern genau hinterfragst, ob es nicht trotzdem Dein Weg ist, auch wenn andere das doof finden. Und statt auf andere zu hören, öfter mal inne hälst und auf Dich selbst hörst: bin ich hier noch richtig oder muss ich die Richtung meines Weges ändern? Dafür ist es nämlich nie zu spät.

Hier geht es zu den Freutagsgedanken von letzter Woche:

 

2 Kommentare
  1. Jörg Kuhnert sagte:

    Hallo, Frau Küll,

    Sie sind auf dem richtigen Weg! Das lese ich wöchentlich in Ihren Freutagsgedanken! Ich persönlich reflektiere mich immer selbst. Bin ich auf dem richtigen Weg? Welche Wünschträume habe ich? Was tue ich für mich? Für mich ist wichtig, alles Negative von meinem Leben fernzuhalten. Mit einer Portion Geduld ist das aber gut umzusetzen!

    Übrigens: Ein Lob für Ihr Buch “Ab heute singe ich unter der Dusch!” Schon ab Seite 14 ( Interview mit Prof. Dr. Jörg Kühnapfel) gibt es sehr gute Anleitungen, die man sich gut mit dem Textmarker markieren kann!

    Viele Grüße

    Jörg Kuhnert

    Antworten
    • Patricia Küll sagte:

      Lieber Herr Kuhnert,
      ich freue mich sehr über Ihr Feedback. Vielen Dank dafür.
      Und über das Lob für mein Buch freu ich mich doppelt.
      Sie sind ja zum Thema “Wie mache ich mich selbst glücklich?”
      bereits auf einem tollen Weg – herzlichen Glückwunsch!
      Ihnen weiterhin die nötige Portion Geduld
      wünscht
      Patricia Lüll

      Antworten

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