To-Do-Liste für einen glücklichen Sommer

Sehnst Du Dich auch nach den endlosen, sorgenfreien Sommern Deiner Jugend zurück? Nach diesen Wochen, die nach Capri-Eis, Baggersee und guter Laune schmecken? Nachdem in Rheinland-Pfalz heute die Sommerferien beginnen und sich die Freutagsgedanken damit in eine kreative Sommerpause verabschieden, gibt es heute einige Impulse für glückliche Sonnenwochen. Mit dieser To-Do-Liste erlebst Du die Erwachsenenversion eines wunderbaren Sommers.

Impulse für einen glücklichen Sommer

Ja, es war in dieser Woche zu heiß und ja, da kann einem der Spaß am Sommer vergehen. Aber hey – was ist die Alternative? Wie viele kalte, verregnete Sommer hatten wir schon? Wir können uns den Sommer nun mal nicht backen, deswegen müssen wie nehmen, was wir kriegen und das Beste daraus machen. Und das wäre auch schon mein 1. Impuls für einen schönen Sommer:

1.Impuls für einen glücklichen Sommer

Schau auf das, was Du hast. Es gibt Untersuchungen, die ganz klar belegen, dass glückliche Menschen die Gabe haben, den Blick aufs Positive zu lenken. Aber das kann auch jeder lernen. Übers Wetter maulen ändert nichts – außer dass unsere Stimmung schlechter wird. Nehmen wir es an, wie es ist und machen das Beste daraus. Trinken wir ausreichend. Wasser wird leckerer (ohne weitere Kalorienzufuhr), wenn man ein paar Scheiben Zitronen oder Orangen ins Glas gibt. Bei dem herrlichen Wetter kann man auch mal mit Flip-Flop ins Büro. Auch das ist etwas für die Positiv-Seite. Diese Woche hatte ich eine Aufzeichnung für eine Kultursendung. Für diese Sendung hatten wir bereits vor Wochen einen Drehtag gehabt. Wenn wir eine Sendung an mehreren Tagen aufzeichnen, habe ich dennoch die gleiche Kleidung an, denn wir wollen den Zuschauer nicht irritieren, wenn ich mitten in der Sendung andere Klamotten trage. Beim ersten Drehtag trug ich – weil deutlich kühler als diese Woche – rote Stiefelchen. Nun hatte ich am Mittwoch bei 38 Graf zwar die Stiefel zum Drehort mitgenommen, aber die Strümpfe vergessen. So kam ich gar nicht in die Stiefel rein und ich musste in Flip-Flop moderieren. Das war so herrlich erfrischend und ich bin mal gespannt, ob es irgendeinem Zuschauer auffällt, dass ich in der Mitte der Sendung andere Schuhe anhabe.

2.Impuls für einen glücklichen Sommer

Nutze die frühen Morgenstunden. Im Sommer lohnt es sich früh aufzustehen. Wenn es schon richtig hell, aber die Luft noch frisch ist. Dann kann man auch noch Sport im Freien machen, was man bei der Hitze im Laufe des Tages besser unterlässt. Oder wenn man die frühen Stunden für einen Spaziergang nutzt oder für ein Frühstück im Freien und dann erst zur Arbeit geht. Dann hat man auch ohne Urlaub ein Feriengefühl. In vielen Unternehmen kann man jetzt die Bürozeit auch in die Morgenstunden verlegen und dann am Nachmittag zur Siesta nach Hause gehen. Schauen wir uns das Lebensgefühl der Südländer ab: früh aufstehen, mittags kurze Siesta und abends die lauen Nächte genießen. Auch wenn ich beim Fernsehen arbeite, würde ich Dir heute einfach empfehlen, die Glotze an diesen lauen Sommerabenden aus zu lassen und raus zu gehen. In den Wald, in den Biergarten, an den Fluss – überall dort, wo sich Menschen treffen und quatschen und aus einem normalen Abend ein Sommerfest machen. Ja, wir werden in diesen Wochen zu wenig Schlaf bekommen, aber egal. Dafür nehmen wir jede Menge Leben mit.

3.Impuls für einen glücklichen Sommer

Sei unvernünftig. Geh zu spät ins Bett. Iss zu viel Eis. Lache laut. Küsse viel. Lege Sorgen und graue Gedanken vorübergehend ins Eisfach. Es liegt an dir, was Du aus diesem Sommer machst. Es ist Dein Sommer. Es ist Dein Leben. Warum sollst Du ihn nicht genießen? Weil die Umstände nicht perfekt sind? Pfeif auf die Umstände. Schau auf das, was Du hast und mach das Beste draus. Ich wünsche Dir einen beschwingten, wundervollen, endlosen Sommer 2019 mit ganz viel Lebensfreude, Leichtigkeit, Lachen und Liebe.

Hier gibt es weitere Impulse für einen unbeschwerten Sommer:

Schlaf ist die beste Medizin

Heute ist Aktionstag “Gesunder Schlaf” der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung. Dieser Aktionstag findet jedes Jahr in einer anderen Stadt und unter einem anderen Motto statt. Heute in Mainz unter dem Motto: “Schlaf ist die beste Medizin”. Wer zu wenig schläft, kann gravierende gesundheitliche Probleme bekommen. Betroffen sind viele Menschen. Sie leiden unter Ein- und Durchschlafstörungen oder unter Schlafapnoe. Es gibt 80 verschiedene Ursachen für Schlafstörungen. Darüber und über die Möglichkeiten, wie man wieder zu besseren Schlaf findet, rede ich ausführlich mit Dr. Hans-Günther Weeß, Leiter des Schlafzentrums Pfalzklinikum in Klingenmünster.

Und hier gibt es weitere Impulse für guten Schlaf:

 

Foto: Pixabay/darksouls1

Das gute Glück – wie geht das eigentlich?

Vor einigen Jahren hatte ich einen Mann kennengelernt, der mich zutiefst beeindruckte. Dabei war dieser Mann gar nicht besonders attraktiv, groß, jung oder reich. Und dennoch hinterließ er einen bleibenden Eindruck bei mir. Warum? Weil er vor mir saß und einen Satz sagte, den so zuvor noch nie jemand zu mir gesagt hatte: „Ich bin ein rundherum glücklicher Mensch.“ Das war der Moment, in dem ich anfing, herauszufinden, was man für ein rundherum glückliches Leben braucht. Seitdem treffe ich immer mal wieder Menschen, die den gleichen Weg gehen. Und so freute ich mich sehr, als ich vor einigen Jahren eine der führenden Glücksforscherinnen in Deutschland kennenlernen durfte: Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry. Sie unterrichtet und forscht an der Universität Trier. Gerade eben hat sie ein neues Buch veröffentlicht – ihr bisher persönlichstes. Ein Buch, das ich jedem empfehlen möchte, der auf der Suche nach einem gelingenden Leben ist. Das Buch ist für mich ein guter Aufhänger, um Michaela Brohm-Badry nach ihrer Glücksformel zu fragen. Ihre Antworten heute in den Freutagsgedanken.

Als Glücksforscherin kennen Sie die Basis für ein gelingendes Leben. Was sind denn die wichtigsten Bausteine für ein glückliches Leben?

Michaela Brohm-Badry: 

Wir können das aus wissenschaftlicher Sicht recht genau sagen, denn wir kennen die „glücklichen Fünf“ für das Leben genau: Es sind

  • positive Gefühle, also zum Beispiel auf das Gute hoffen, dankbar, neugierig und freundlich sein, liebevoll leben
  • engagiert und motiviert für etwas sein
  • gute, tiefe, vertrauensvolle Beziehungen aufbauen und halten
  • einen Sinn finden im Leben und
  • so handeln, dass wir das Gefühl haben, wirksam, also erfolgreich zu sein. Das bedeutet oft, die Dinge wirklich zu Ende zu bringen und nicht mittendrin aufzugeben

Das Allerwichtigste um glücklich zu sein, ist jedoch wohl die Perspektive, die wir auf unser Leben wählen. Die Welt ist nicht so oder so, unsere Perspektive auf die Welt macht sie so oder so. Negative Menschen fokussieren sich auf das, was sie in ihrem Leben ablehnen. Frohe Menschen auf das, was sie an ihrem Leben lieben. Und die Freiheit, diese Perspektive selbst wählen zu können, ist eine innere Freiheit, die unabhängig vom Lebenskontext existiert.

Kann denn tatsächlich jeder Mensch aus eigener Kraft für ein glückliches Leben sorgen?

Rund die Hälfte unseres Glücksempfindens scheint genetisch bedingt zu sein. Also zum Beispiel spielt eine große Rolle, wie viele Rezeptoren wir an den Synapsen haben, um die günstigen Neurotransmitter („Glückshormone“) im Gehirn zu verarbeiten – wie und wie stark also zum Beispiel Dopamin und Serotonin aufgenommen und weitergegeben werden. Weitere 40 % des Glücks hängen von unserem eigenen Verhalten ab und die übrigen 10 % von unserer Umwelt. Und unser Verhalten und unsere Umwelt können wir ja oft selbst beeinflussen. Glück hängt also zu einem starken Anteil von uns selbst ab.

Ihr neues Buch heißt “Das gute Glück” – was ist gutes Glück und gibt es auch schlechtes Glück?

Mit „schlechtem Glück“ meine ich, dass wir biochemisch oder durch unsere Persönlichkeit immer wieder dazu getrieben werden, mehr zu schaffen. Das kann in zerstörerischem Disstress (negativem Stress), Burnout und Depression enden. Das „gute Glück“ ist ein viel ruhigeres, beständigeres. Es wird durch die volle Entfaltung der eigenen Talente und Fähigkeiten erfahren. Ein stimmiges in sich Ruhen, sozusagen.

Ich bin der Meinung, Glück ist nichts, was uns allzeit umgeben kann. Glück gibt es nur Hand in Hand mit Unglück – als zwei Seiten ein- und derselben Medaille.

Wie sehen Sie das?

Viele von uns haben ja im Leben schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Wenn man mal ein tiefes Leid erfahren hat, wie eine unerwartete Trennung des geliebten Menschen, den Tod des Partners oder der Eltern, Gewalt, eine schwere Krankheit oder andere Ängste, dann, so sagt die Traumaforschung, dass viele Menschen hinterher berichten, sie würden das Glück in ihrem Leben stärker wahrnehmen und als Person empfinden sie oft Wachstumsschübe. Das bedeutet aber nicht, dass wir Leid erfahren müssen, um glücklich zu sein. Aber die Chance auf Glück ist oft auch nach einer schmerzhaften Erfahrung durchaus da. Und bei sehr schmerzhaften Erfahrungen können wir uns professionelle Hilfe holen. Wie auch immer: Wir können begründet hoffen, dass es uns besser gehen wird. Das zu wissen, ermutigt uns in dunklen Zeiten.

Das pure Glück fühlt sich sehr leicht an – wie leicht oder schwer ist es, ein glückliches Leben zu führen?

Wir müssen nicht immer glücklich sein. Angst, Trauer, Ekel und Wut – also negative Gefühle – sind genauso wichtig und gehören genauso zu unserem Leben wie die positiven. Nur übertreiben wir es manchmal damit, denn wir haben eine natürliche negative Verzerrung in der Wahrnehmung, die uns in der Menschheitsentwicklung oft geschützt hat. Wenn wir uns diese negative Verzerrung klar machen, fällt es leichter, eine aufbauende Perspektive dagegen zu setzen. An jedem halbleeren Glas findet sich etwas Gutes.

Als Glücksforscherin müsste man die meiste Zeit des Tages glücklich sein – wie sehr ringen Sie jeden Tag um ein glückliches Leben?

Ich nehme es oft, wie es kommt, nur sind die Themen, mit denen ich mich beschäftige, hochgradig ansteckend. Wer viel über Freude, menschliche Wärme, Lernen, Motivation und Wohlbefinden liest, hat kaum eine Chance, schlecht drauf zu sein.

Und was macht Sie glücklich?

Schreiben, Cello spielen, forschen, hoffen, Bach, Leidenschaft, Kanada, lernen, Musik, wachsen, Vorträge halten, neue Gedanken, Motivation, Huskys, lieben und noch viel mehr.

Wenn ich Sie um einen einzigen Tipp für ein gelingendes Leben bitte – welcher wäre das?

Dann würde ich Ihnen raten: Lesen Sie mein neues Buch 😉

Weitere Impulse für ein gelingendes Leben findest Du hier:

Und hier noch mehr Impulse:

Einsamkeit verkürzt das Leben

Eine meiner Lieblingsfreundinnen hat die letzten Jahre als Fernsehautorin gearbeitet. Sie macht tolle Filme und bekommt dafür sehr viel Lob. Dennoch hat sie sich jetzt einen anderen Job gesucht, der viel weniger Geld und Anerkennung mit sich bringt. Warum sie diesen Schritt gegangen ist? Weil sie als Autorin sehr viel allein arbeitet bzw. tageweise mit ständig wechselnden Teams zu tun hat. Sie aber wollte endlich wieder einen regelmäßigen Kontakt zu Kollegen, sie wollte nicht mehr länger den ganzen Tag allein am Schreibtisch sitzen, sie wollte ihre Mittagspause mit anderen verbringen.  Sie fühlte das, was Psychotherapeuten längst wissen: Einsamkeit macht krank. Sie verkürzt sogar das Leben. Doch leider sind immer mehr Menschen einsam. Über Einsamkeit und was man dagegen tun kann, geht es heute in meinen Freutagsgedanken.

Einsamkeit kennen Menschen jeden Alters

Immer mehr Menschen in Deutschland leben allein – die Zahl der Singles steigt – und damit nehmen auch Krankheiten zu. Denn Einsamkeit macht krank. Wer sozial schlecht eingebunden ist, kann Auswirkungen auf seine psychische und körperliche Gesundheit bemerken. Das Leben soll sich dadurch sogar verkürzen. Besonders betroffen sind natürlich ältere Menschen, aber auch Jugendliche berichten davon, dass sie sich manchmal einsam fühlten.

Helfen soziale Netzwerke gegen Einsamkeit?

Nun kann man Einsamkeit lange Zeit übertünchen. Weil man verdammt viel Zeit vor dem Fernseher tot schlagen kann. Aber auch die sozialen Netzwerke suggerieren einem, dass man ja durchaus Kontakt habe. Leider ersetzen Gespräche in den sozialen Netzwerken keine persönlichen Gespräche. Ein „in-den-Arm-nehmen“ oder „tröstendes-Hand-halten“ sind hier auch nicht möglich.

Was tun, um der Einsamkeit zu entkommen?

Was also tun, um der Einsamkeit zu entkommen bzw gar nicht erst einsam zu werden? Warten und Tee trinken ist hier die schlechteste Alternative. Denn Menschen zum quatschen, lachen und für gemeinsame Unternehmungen trifft man selten mal eben beim Bäcker. Das kann vorkommen, ist dann aber ein sehr großes Glück. Darauf sollte man nicht bauen. Wir müssen also mal wieder selbst aktiv werden. So wie es meine Freundin getan hat. Sie hat sich ganz bewusst einen neuen Job gesucht. Und das war wahrlich nicht leicht. Mit Anfang 50 in einer neuen Branche. Sie hat hunderte Absagen in den vergangenen Jahren bekommen. Oft mit der Begründung, sie sei überqualifiziert. Aber sie hat nicht aufgegeben, bis sie endlich eine Stelle bekommen hat.

Keiner muss Einsamkeit so hinnehmen

Keiner muss Einsamkeit so hinnehmen, jeder kann etwas dafür tun. Man darf nur nicht erwarten, dass die Einsamkeit von allein verfliegt, dass andere Menschen einen aus der Einsamkeit rausholen, dass andere auf einen zukommen. Die Initiative muss von einem selbst ausgehen. Ich bin seit ein paar Wochen Mitglied eines Fitnessstudios. Die Menschen, die dort mit mir vormittags trainieren, sind meistens im Rentenalter. Die kennen sich alle. Die quatschen alle miteinander. Zumindest während der Stunden, die sie dort verbringen, sind sie nicht einsam und tun gleichzeitig noch etwas für ihre körperliche Gesundheit. Neben der Mitgliedschaft in einem Verein ist ehrenamtliche Arbeit ein sehr guter Garant gegen Einsamkeit. Hier findet man immer Gleichgesinnte und man tut sich und anderen etwas Gutes.

Überall um uns herum sind Menschen. Vermutlich sind auch viele in Deiner nächsten Umgebung einsam. Warum soll man die nicht einfach mal ansprechen? Sich auf einen Kaffee verabreden? Ja, das kann mächtig in die Hose gehen. Aber es kann auch gut werden.

Es ist wie so oft. Ein gelingendes Leben passiert nicht einfach so. Wir selbst müssen eine ganze Menge dafür tun. Es liegt in unserer Hand. Nicht immer. Aber oft.

Pläne gegen Einsamkeit im Alter

Ich selbst bin glücklicherweise nie einsam. Dennoch denke ich darüber nach, wie ich es verhindern kann, im Alter einsam zu werden. Was, wenn mein 11 Jahre älterer Mann deutlich vor mir gehen muss? Was, wenn unsere Kinder irgendwo in der Welt ein Zuhause finden und nicht einmal zu Weihnachten kommen können? Dafür habe ich bereits einen Plan. Zusammen mit zwei anderen Paaren, mit denen wir schon sehr lange befreundet sind, suchen wir ein Haus oder ein Grundstück in der Pfalz, in dem wir alle zusammen unser Alter verbringen wollen. Jeder in einer eigenen Wohnung, aber dennoch zusammen. Solche Pläne muss man langfristig angehen. Zehn Jahre Vorlauf sollte man schon haben. Denn um alle Ideen und Wünsche unter einen Hut zu bringen, braucht man Zeit.

Ein Rezept gegen Einsamkeit

Und Toleranz. An der mangelt es aber häufig. In Zeiten der Individualisierung geht es vielen nur noch darum, die eigenen Vorstellungen umzusetzen. Das ist in meinen Augen auch ein Grund, warum so viele einsam sind. Weil es immer nur nach den eigenen Vorstellungen gehen soll, weil man die anderen nicht so nehmen kann und will, wie sie sind, weil man sich nicht mehr anpassen möchte. Das gehört aber in einer Gesellschaft, die miteinander und nicht nur nebeneinander lebt, dazu. So wie man in einer Familie aufeinander Rücksicht nimmt und Nachsicht übt, so erleichtern Rücksicht und Nachsicht auch im Kollegenkreis oder mit den Nachbarn das Miteinander. In meiner Coachingausbildung habe ich eine wundervolle Grundeinstellung anderen Menschen gegenüber gelernt: Jeder gibt das Beste, das er hat. Davon gehe ich bei jedem Menschen, dem ich begegne, aus. Auch wenn es manchmal in meinen Augen nicht genug ist, so entspannt mich doch der Gedanke, dass der andere gerade nicht mehr geben kann.

Erich Kästner sagte einmal: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Das gilt auch für Gutes, das wir uns selbst tun können. Wer nicht einsam sein möchte, muss aktiv werden. In einem Chor mitsingen. Sich Umweltaktivisten anschließen. Einen Lesekreis gründen. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten. Man muss sie nur nutzen.

Und hier noch einige Impulse für eine gelingende Beziehung:

Bild: pixabay/truthseeker08

…weil es gut tut!

Ich gebe es zu, der verregnete Mai schlug mir aufs Gemüt. Mit den Folgen, dass ich mich häufiger als es mir gut tat, mit Essen und einem Glas Wein belohnte. Was wiederum die Folge hatte, dass ich zu wenig Energie für Bewegung hatte. Ich habe in diesen blöd-kalt-feuchten Mai-Wochen den Hintern nicht hochgekriegt. Und das hatte wiederum die Folge, dass mein Schlaf von Nacht zu Nacht mieser wurde. Eine klassische Negativspirale, die Du vermutlich auch kennst. Wie kommt man da wieder raus? Und warum helfen manchmal nur ganz drastische Mittel? Darum geht es heute in den Freutagsgedanken.

Ein bisschen Verzicht – weil es gut tut!

Im Moment tut mir der Rücken bei jeder Bewegung weh. Es sind aber keine Rückenschmerzen, sondern Muskelschmerzen oder genauer: Muskelkater. Ich treibe seit 10 Tagen wieder Sport. Und zwar mehr als in den letzten Monaten zusammen. Und ich habe in dieser Woche eine „Gesundheitswoche“ für mich ausgerufen. Dazu gehören neben Sport auch gesunde Ernährung, kein Alkohol, weniger Kaffee und keine Naschereien. Und das hat sofort spürbare Auswirkungen auf meinen Schlaf. Ich bin total begeistert und das hilft auch, durchzuhalten. Wann immer ich mich mittags nach einem Kaffee sehne, halte ich mir vor Augen, wie gut ich ohne diesen Mittagskaffee schlafe. Und sofort kann ich ohne Bedauern darauf verzichten.

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Mittel – weil es gut tut!

Es geht mir wieder gut. Das energetische Loch hat sich aufgelöst, alles, was noch vor Kurzem unendlich anstrengend erschien, geht jetzt wieder. Dafür habe ich zu ganz drastischen Mitteln gegriffen: ich habe mich in einem Fitnessstudio angemeldet. Und nicht nur das: ich gehe dort auch dreimal die Woche hin. In meinem ganzen Leben hatte ich immer sehr weite Bögen um solche Studios gemacht. Laufen in der freien Natur hat mir völlig ausgereicht, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Und nachdem ich mich immer weniger zum Laufen aufraffen konnte, nachdem mich meine Lauffreundin schmählich im Stich gelassen hat, um sich allein in einem Fitnessstudio zu stählen, bin ich nun also auch diesen Weg gegangen.

Weil es gut tut, sich zu bewegen

Warum ich das so lang und ausführlich hier beschreibe? Weil ich mich endlich wieder wohl fühle in meiner Haut. Weil meine Seele wieder jubiliert. Weil ich wieder Kraft und Energie habe. Und das alles einfach nur, weil ich wieder angefangen habe, mich zu bewegen.

Was tut gut, wenn die Lebensfreude fehlt?

Und damit sind wir bei meinem Lieblingsthema: Wenn die Lebensfreude fehlt, hilft Disziplin. Disziplin in den Dingen, die uns gut tun. Bewegung. Gesundes Essen. Ausreichend Schlaf. Und wenn uns die Umstände in eine Negativspirale drängen, dann müssen wir uns erst recht in den Hintern treten und zusehen, dass wir da wieder rauskommen. Das ist anstrengend und macht wenig Spaß. Aber wenn die erste Hürde mal genommen ist, dann geht alles von Tag zu Tag leichter. Und wenn man wieder in Bewegung ist, dann wird auch die Gier nach Süßem und Fettem weniger, dafür wird der Schlaf besser.

Und wenn es dann so richtig gut läuft, kann man auch mal eine „Woche der Gesundheit“ für sich selbst ausrufen. Eine Woche nur Gutes für sich, seinen Körper, seine Seele.

Ach ja: und ein neues Fahrrad habe ich mir auch gekauft.

Der verregnete Mai ist vorbei. Ich freue mich auf einen sonnigen Juni. Und wenn der nicht kommt, dann wissen Du und ich ja jetzt, wie wir gar nicht erst in die Negativspirale rein geraten.

Hier noch ein paar Gedanken zum Thema, die Dich zusätzlich motivieren können:

Foto: pixabay/MabelAmber

Warum ich mich einmische

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte einmal zu mir, dass sie jeden Tag an sich arbeite – immer mit dem Gedanken „welcher Mensch willst du sein?“ Ich würde diesen Gedanken gern erweitern um den Aspekt „welcher Mensch willst du sein und in welcher Welt willst du leben?“ Das ist der Grund, warum ich mich einmische. In meinem Alltag, in meinem Umfeld, bei lieben Freunden, aber auch bei völlig Unbekannten – oft zum Leidwesen meiner Kinder, die mich dann furchtbar peinlich finden. In welcher Welt willst Du leben und was kannst Du dafür tun? Ein lästiges Thema – ich weiß. Es ist Graubrot und keine Sahneschnitte. Aber es ist so wichtig – für Deine Zukunft und für uns alle. Die Freutagsgedanken heute – mischen sich ein.

Warum ich mich einmische? Weil es miteinander besser geht.

Wenn ich sage, „ich mische mich ein“, dann meine ich nicht die so beliebten Posts in den sozialen Netzwerken, in denen der Eine dem Anderen öffentlich seine Meinung vorkotzt. Meistens in wenigen und wenig netten Worten. Wenn ich sage „ich mische mich ein“, meine ich, dass ich auf der Straße Menschen frage, ob alles ok ist, ob sie Hilfe benötigen, wenn ich den Eindruck habe, hier kollabiert gleich einer. Wenn ich sage „ich mische mich ein“, dann meine ich, dass ich mich nicht blind stelle, wenn ich das Gefühl habe, dass gerade jemand Unterstützung benötigt. Ja, das ist manchmal anstrengend und kommt oft ungelegen. Aber was ist die Alternative? Dass wir alle nur noch an den eigenen Belangen interessiert sind. Und in einer solchen Welt möchte ich nicht leben.

Warum ich mich einmische? Weil ich anderen damit helfen kann.

Ich musste in den letzten Jahren auch lernen, dass Einmischung gerade bei Menschen mit Handicap wichtig und sogar erwünscht ist. Hier ist es oft kein Egoismus, dass man Menschen mit Handicap aus dem Weg geht, sondern Unsicherheit. Viele sind so unsicher, wie man mit Menschen mit Handicap umgehen soll. Seitdem ich einen 100 Prozent behinderten Schwager habe, weiß ich, dass ich mich bei ihm so verhalten soll wie bei anderen auch. Zugegeben: das ist schwierig, weil mein Schwager nach einem Schlaganfall nicht mehr reden kann. Und in der Anfangszeit bin ich nach wenigen Minuten immer geflüchtet. Heute weiß ich, dass er sich sehr freut, wenn ich neben ihm sitze, seine Hand halte und einfach nur erzähle. Sein Schlaganfall ist 18 Jahre her – von den alten Freunden hat ihn seit Jahren keiner mehr besucht. Sicherlich aus Unsicherheit und nicht aus Ignoranz. Aber das hilft ihm auch nicht weiter.

Warum ich mich einmische? Weil unsere Welt Einmischer braucht.

Ich werde mich auch am Sonntag einmischen, denn natürlich werde ich zur Wahl gehen. Ich habe noch nie eine Wahl versäumt. Denn ich möchte auch weiterhin in einer Welt leben, in der Werte wie Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit, Reisefreiheit, Frieden, Demokratie und soziale Marktwirtschaft unantastbar sind. Bevor ich am Sonntag beim Bäcker die Brötchen fürs Sonntagsfrühstück hole, mache ich einen Abstecher in die Turnhalle, um meine Stimme abzugeben. Ich mische mich gern ein – aber nicht, um anderen meine Meinung aufzudrücken, sondern um diese Welt ein bisschen netter, gerechter und liebenswerter zu machen. Und dafür nehme ich auch in Kauf, dass mich meine Kinder totpeinlich finden.

Hast Du schon etwas von der Aktion #makeacross gehört? Interessant für alle, die am Sonntag ihr Kreuz machen.

Hier geht es zur Aktion #makeacross

Foto: pixabay/geralt

Was kommt jetzt noch?

Gestern traf ich eine liebe Freundin zum Abendessen. Im Laufe des Essens kamen wir auf ein Thema, das in der Hektik des „wir müssen uns auf den neusten Stand bringen, was alles die letzten Wochen, in denen wir uns nicht gesehen haben, passiert ist“ oft untergeht: wir sprachen über Wünsche, die in uns schlummern und über Träume, die wir uns noch erfüllen wollen. Lustigerweise war genau dieses Thema bestimmend am Abend zuvor, als ich einen Freund, den ich nur ein paarmal im Jahr sehe, traf. Was kommt jetzt noch? Mit Anfang, Mitte, Ende fünfzig? Über den Wunsch, noch einmal „einen Berg zu besteigen“ – beruflich oder privat – geht es heute in meinen Freutagsgedanken.

Was kommt jetzt noch? Der Aufstieg auf den Berg oder die Ruhe im Tal?

Fast aus dem Nichts kam meine Freundin gestern mit der Geschichte, dass sie tief in sich dieses Gefühl trage, noch einmal etwas anderes machen zu wollen. Sie wisse leider gar nicht, was das sein könne, aber in ihr sei diese Gewissheit, dass es das noch nicht war. Ziemlich genau das Gegenteil hörte ich am Abend zuvor von einem Freund. Er würde mit seiner Frau wohl nochmal umziehen – aus dem Haus auf dem Land in eine Wohnung in der Stadt, weil das im Alter bequemer sei, aber das wäre es dann. Mehr an Veränderung würde wohl nicht mehr kommen. Zwei Menschen in meinem Freundeskreis mit ganz unterschiedlichen Erwartungen und Wünschen. Zu welcher Gruppe gehörst Du? Willst Du noch einen Berg besteigen, bist Du bereit, nochmal ein Abenteuer einzugehen oder sitzt Du gedanklich schon im Tal und freust Dich auf Ruhe und Beschaulichkeit?

Was kommt jetzt noch? Der Sehnsucht folgen!

Wenn Du das Gefühl in Dir hast, dass da noch etwas kommen müsse, dann möchte ich Dich ermutigen, dem nachzuspüren. Solche Gefühle sind unerfüllte Sehnsüchte. Finde heraus, was es ist und wenn es irgendwie geht, stille die Sehnsucht. Denn am Ende des Lebens bereuen die Menschen meistens nicht das, was sie getan haben, sondern das, was sie nicht getan haben.

Ich spüre dieses Gefühl, noch einmal „unentdecktes Land erkunden“ zu wollen, auch in mir. Dabei habe ich beruflich in den vergangenen zehn Jahren einen Berg bestiegen, der mich sehr glücklich macht. Neben meinem Fernsehjob, den ich immer noch mit Begeisterung mache, habe ich inhaltlich Neuland als LebensWandlerin betreten. Ganz andere Themen, eine ganz neue Herangehensweise an Herausforderungen (die ich als Journalistin immer als Problem bezeichnen würde), Perspektivenwechsel von problemorientiert zu lösungsorientiert, neben den Moderationen im Minutentakt nun auch Bücher, die in die Tiefe gehen. Ich schätze es sehr, dass ich nun auf zwei Hochzeiten tanzen darf. Und dennoch ist diese Sehnsucht in mir.

Was kommt jetzt noch? Ich weiß es nicht, aber…..

Ich weiß noch nicht, wohin mich dieses Gefühl bringen wird. Vielleicht auf eine Reise in ein Land, das ich bislang noch gar nicht auf dem Zettel habe. Vielleicht zu einem neuen Hobby oder einer neuen Sportart. Ich weiß nur, dass ich dieses Gefühl aufmerksam beobachten werde und es nicht verdrängen werde. Ich werde es nicht zur Seite schieben mit dem Gedanken, dass ich keinen Raum/ keine Nerven/ keine Zeit/ kein Geld für etwas Neues habe. Ich werde es aufmerksam beobachten und es wachsen lassen. Und wenn ich mehr darüber weiß, wohin mich diese Sehnsucht führen möchte, dann werde ich sondieren, ob ich mir den Wunsch erfüllen kann.

Was kommt jetzt noch? Vielleicht Gesundheit und Glück.

Ich glaube nämlich, dass wir alle viel gesünder und zufriedener wären, wenn wir unseren Bauchgefühlen mehr Raum einräumen würden. Wenn wir nicht immer nur den logischen Schlussfolgerungen unseres Kopfes folgten, sondern bevorzugt den (durchaus auch mal unlogischen) Stimmen unseres Bauches.

Was kommt jetzt noch? Das entscheidest Du.

Ein anderer Freund von mir hat es getan. Er ist seinem Herzen gefolgt und hat seine Festanstellung als Vertriebsdirektor einer Bausparkasse gekündigt und sich als Coach selbständig gemacht. Es ist kein einfacher Weg, denn die Aufträge flattern nicht wie verrückt ins Haus. Er muss viel mehr arbeiten als früher, dennoch ist er viel zufriedener. In seinem Fall konnte er diese Herzensentscheidung treffen, weil er als Single nur sich selbst versorgen muss. Wenn eine Familie ernährt werden muss, spielen oft andere Faktoren eine Rolle. Dennoch sollten wir sehr hellhörig sein für die Wünsche und Sehnsüchte in uns. Denn sie sind der Wegweiser zu einem glücklichen Leben. Und auch wenn wir manchmal nicht die ganz große Entscheidung zu unseren Gunsten treffen können, so ist doch jeder Schritt in die von uns gewünschte Richtung ein Schritt ins Glück.

Foto: pixabay/Pexels

Weg damit?

Marie Condo ist in aller Munde und auch ich habe natürlich bereits von der Ausmist-Supergöttin gehört, auch wenn ich noch keine Folge ihrer erfolgreichen „Das-muss-alles-weg“-Serie gesehen habe. Aber ich weiß, dass man sich bei seinen Sachen, die man entsorgt, bedanken soll, um dann das, was bleiben darf (und bleiben darf nur das, was einen glücklich macht), zu rollen und stehend in den Schrank zu packen (hier versagt meine Phantasie, denn ich kann mir nicht vorstellen, wie meine T-Shirts im Fach des Kleiderschranks zum Stehen kommen. Ich muss wohl doch mal in die Serie reinschauen). Warum ich am Ostermontag um sieben Uhr aufgestanden bin, um auszumisten, hat nun allerdings nichts mit Marie Condo zu tun, sondern mit einem ganz anderen Erlebnis. Darüber, was Ausmisten mit der Seele macht und wo wir meiner Meinung nach viel zu schnell „weg damit“ sagen – darum geht es heute in meinen Freutagsgedanken.

Ausmisten? Fehlanzeige! Das ganze Haus war vollgestopft mit Sachen

Vor einigen Monaten ist meine Schwiegermutter gestorben. An Ostern trafen sich die Geschwister noch einmal in ihrem Haus, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Was geschieht mit dem Haus und vor allem, was passiert mit dem Inhalt? Während die Geschwister diskutierten, durften meine Kinder und ich durch das Haus laufen mit der „Aufgabe“, mitzunehmen, was gefällt. Für meine beiden Kids ein tolles Event. Statt Ostereier suchen, Schätze suchen. Und Schätze gab es genug. Auf drei Etagen. Meine Schwiegermutter war ein sehr großzügiger Mensch. Sie schenkte immer reichlich und sammelte offensichtlich auch gern. Denn das ganze Haus war vollgestopft mit Sachen aus 50 Jahren, die sie in diesem Haus verbracht hatte. Unzählige Dinge fanden den Weg ins Haus und nur ganz wenige wieder raus. Nach ihrem Tod was es nun die Aufgabe der vier Kinder das Haus auszumisten. Meine Hilfe war ehrlich gesagt gering, denn ich hatte gleich zu Beginn der „Schatzsuche“ sehr deutlich gemacht, dass jedes meiner Kinder nur ein Stück mitnehmen dürfe (wohl wissend, dass sie mich auf mindestens drei pro Kind hoch treiben werden, was dann auch der Fall war). Beim Durchlaufen der einzelnen Zimmer, beim Betrachten der vielen Erinnerungsstücke, beim Sichten der unzähligen Tassen, Gläser, Teller, Vasen, Flaschen, Krügen, Schüsseln und ich weiß nicht was alles beschlich mich Beklemmung und ich meinem Kopf formte sich ein einziger Satz: „Das will ich meinen Kindern nicht zumuten, wenn ich mal nicht mehr bin.“

Aufstehen und ausmisten

Das war das ausschlaggebende Moment, warum ich am Ostermontag, nachdem wir wieder zu Hause waren, um sieben Uhr in der Früh aufstand und anfing auszumisten. Meine Küche ist ohnehin nicht groß, aber selbst dort hatte ich es geschafft, Geschirr zu lagern, das ich seit Jahren nicht mehr in der Hand hatte. Nicht das schöne Geschirr meiner Mutter, sondern alles mögliche Zeug, das „man mal nehmen könnte, wenn wir chinesisch, spanisch oder sonst was kochen“. Wir haben zwischenzeitlich durchaus chinesisch oder spanisch gekocht, aber dann doch immer das Alltagsgeschirr genommen, weil es viel zu aufwändig war, das andere Geschirr von hinten, oben, untern rauszusuchen und vorher nochmal zu spülen. Also habe ich mich von all dem getrennt. Und von der halben Hausbar auch. So viele geschenkte Flaschen Spirituosen, die meine Familie und auch kein Gast, den wir bislang hatten, trinken wollte. Das Ausmisten an sich ist nicht die Arbeit, die fängt in meinen Augen immer erst danach an. Denn ich kann diese ganzen Dinge, die ja an sich noch völlig in Ordnung sind, nicht einfach in den Müll schmeißen. Das sind alles Ressourcen, die auf dem Müll absolut nichts zu suchen haben. Da mir die Zeit fehlt, solche Sachen zB bei Ebay einzustellen, verschenke ich mittlerweile alles. Die besonders guten Dinge wie den nie genutzten Pizzaofen oder die Kristallgläser an Oxfam, alles andere bekommt eine Stelle hier in Mainz, die sich über Geschirr genauso freut wie über Kleider, Bücher oder Schuhe. Nur die Spirituosen stehen immer noch bei uns rum.

Ausmisten befreit die Seele

Was für eine Befreiung, wenn man mal wieder für Platz und Ordnung gesorgt hat. Wenn man Schränke aufmacht und einem nicht alles gleich entgegenpurzelt. Wenn man aufräumen kann ohne alles irgendwie in einen Schrank reinstopfen zu müssen. Diese Ruhe, die sich damit im Raum ausbreitet, hat auch Auswirkungen auf meine Seele. Ich fühle mich wirklich befreiter.

Man kann auch zu viel ausmisten

Das ist die eine Seite. Doch es gibt auch eine andere Seite. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft und alles, was nicht mehr funktioniert, wird ganz schnell entsorgt. Und an diesem Punkt habe ich meine Probleme. Denn viele Dinge könnte man problemlos reparieren. Doch wozu, wenn heutzutage der Neukauf billiger ist als die Reparatur? Ich freue mich über die Repair-Cafes, die es mittlerweile in vielen Städten gibt. Ich plädiere für reparieren statt wegschmeißen – weniger aus finanziellen Gründen, viel mehr aus Gründen der Nachhaltigkeit.

Freundschaften ausmisten? Undenkbar!

Das gilt übrigens auch für Freundschaften. Wenn ich sehe, wie mancher mit Freundschaften umgeht, bin ich sprachlos. Wenn Freunde aus irgendwelchen Gründen nicht mehr ins Leben passen oder anstrengend werden, werden sie aussortiert. Meinem Mann und mir ist das selbst vor zwei Jahren so ergangen. Mein Mann ist häufiger gesundheitlich angeschlagen und dem einen Freundespaar waren wir wohl einmal zu oft unpässlich – schwupp dich, nach einem gemeinsamen Urlaub, in dem mein Mann nicht „einsetzbar“ war, wurden wir aus der Freundesliste gestrichen und einfach nicht mehr um Treffen angefragt. Glücklicherweise hatte ich dies irgendwie schon im Urlaub gespürt, sodass mich das Nicht-mehr-melden nicht völlig unerwartet getroffen hat. Das Aussortieren von Freunden ist dank der Sozialen Netzwerke ja auch so einfach gewesen. Ein Häckchen entfernen– zack – entfreundet. Ich kann und will das nicht nachvollziehen. Ja, Freunde sind manchmal anstrengend. Ja, manchmal entwickelt man sich auch in unterschiedliche Richtungen. Ja, manchmal will man lieber seine Ruhe als klärende Gespräche. Aber anders als Tassen oder alte Schuhe sortiere ich Freunde nicht einfach so aus, weil sie mir nicht mehr in den Kram passen. Gerade aktuell kämpfe ich wieder mit einer Freundin, die mich schon lange begleitet. In letzter Zeit wurde es schwierig mit uns. Die Zeit fehlt für schöne Treffen, die Lust oft auch, die Leben driften irgendwie immer mehr auseinander. Aber eine alte Freundin kann man nicht einfach gegen eine neue austauschen. Auch wenn das viel so tun, wenn die alte zu anstrengend wird. Ich plädiere auch hier für reparieren. Und oft geht eine Freundschaft aus einem Streit und einem klärenden Gespräch strahlender und gefestigter hervor. Ausmisten hat seine Grenzen. Und alles, was gucken, atmen und essen kann, hat einen anderem Umgang verdient.

Foto: pixabay/bogitw

Von achtsamen Momenten und dem Glück des Augenblicks

Gestern war ich viel Im Auto unterwegs. Von Mainz in den Westerwald und von dort nach Trier. Drei Stunden Autofahrt, die mir nicht lange wurden, weil ich durch herrliche Landschaften fahren durfte. Überall grünte und blühte es. Was für eine Pracht. Und als ich dann abends Richtung Trier fuhr, strahlte das Licht so unglaublich schön über diese Frühlingslandschaft – ein Traum. Doch oft nehmen wir den blauen Himmel und die Blumen am Straßenrand gar nicht richtig wahr. Dabei ist es genau diese Art von Achtsamkeit, die die Lebensfreude von ganz allein wachsen lässt. Über achtsame Augenblicke und vom Glück des Augenblicks geht es heute in meinen Freutagsgedanken.

Ich zähle täglich meine Sorgen

Vor ein paar Wochen bekam ich von einem lieben Bekannten ein Büchlein geschenkt. „Das Glück des Augenblicks“. Es ist ein ganz schmales Büchlein mit nur wenigen Seiten. Diese aber sind voller schöner Impulse und Gedanken. Und voller schöner Bilder. Bilder von Blumenwiesen, reifen Tomaten und Wolkengebilden. In diesem Büchlein zu blättern, ist wie eine kleine Auszeit. Eine Pause im hektischen Alltag. Eigentlich braucht man dafür kein Büchlein, es gibt genügend Schönes um uns herum. Doch oft nehmen wir die Schönheiten links und rechts des Weges nicht wahr, weil wir so mit anderen Gedanken beschäftigt sind. Weil wir mit Sorgen-machen beschäftigt sind. Gestern habe ich im Westerwald einen Vortrag vor 60 Frauen gehalten, in dem es um den leichten Umgang mit schweren Zeiten geht. Darin geht es auch um Menschen, die nach dem Motto Leben: „Ich fang schon mal an, mir Sorgen zu machen. Die Details werden ganz bestimmt folgen“. Menschen, die sich Sorgen machen, weil man vielleicht irgendwann mal seinen Job verlieren könnte oder weil der merkwürdige amerikanische Präsident den roten Knopf drücken könnte oder weil das Kind das Abitur nicht schaffen könnte. Obwohl das Kind erst in der 6. Klasse ist.

Nur 2 Prozent aller Sorgen treten wirklich ein

Wenn man sich ständig Sorgen macht, kann man vor lauter grauen Gedanken das Schöne und Bunte in der Welt leider gar nicht sehen. Deswegen möchte ich Dich heute beruhigen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass von all den Sorgen, die wir uns machen und auf die wir wirklich Einfluss haben, nur 2 Prozent eintreten werden. In 98 Prozent aller Fälle, in denen wir uns sorgen, sorgen wir uns also völlig umsonst.

Achtsam leben bedeutet, die Sorgen wie einen vergrauten Vorhang zur Seite zu schieben

Wenn Du es schaffst, Deine Aufmerksamkeit statt auf Sorgen auf die Dinge und die Menschen um Dich herum zu legen, wirst Du das Leben viel stärker spüren. Es ist, als würde man einen vergrauten Vorhang zur Seite schieben. Achtsamkeit erhöht die Lebensfreude und macht das Leben bunter. Also sorge Dich weniger und sei dafür lieber mit allen Sinnen bei dem, was Du gerade tust. Jeder Augenblick, den wir mit unnötigen Sorgen verstreichen lassen, ist unwiederbringlich weg. In dem Büchlein, das ich geschenkt bekam, hat es der Autor in folgende, schöne Worte gepackt:

Der Zauber des Augenblicks


Der Augenblick ist ein geheimnisvolles Etwas.
Da kommt ein Stück Zeit, schwebt an mir vorbei,
erfüllt mit den Möglichkeiten meines Lebens,
voll gepackt mit den Geschenken des Universums an mich,
Sperre und Tür gleichzeitig,
und doch nur ein Stück Zeit – ein Moment.

Der Moment berührt mich – ich kann ihn vorbeisegeln lassen,
ihn einreihen in die anderen Momente,
die schon den ganzen Tag an mir vorbeihuschen.
Ich kann ihn übersehen, einsortieren, abhaken
Und ihn nur als ein Stück Zeit,
als das Ticken der Uhr abtun.

Aber was wäre, wenn ich diesem Moment
Meine unentwickelte Zukunft verborgen wäre,
wenn er entscheidend beitrüge
zu dem Sinn meines Lebens?
Gibt es da nicht nur eins, ihn zu erfassen?

Aus „Das Glück des Augenblicks“ von Ulrich Schaffer

Ich wünsche Dir, dass Du heute, morgen, übermorgen und an allen folgenden Tagen ganz viele Momente erfassen kannst und zu einem unvergesslichen machst.

Die nächsten zwei Wochen genieße ich die Augenblicke mit meiner Familie und melde mich Ende des Monats mit neuen Freutagsgedanken.

Falls Du auch ein paar Tage Urlaub machst, hier einige Impulse, damit Dein Urlaub wirklich erholsam wird:

Foto: pixabay/Shell_ghostcage

Da hast Du mich falsch verstanden

„Da hast Du mich falsch verstanden.“ Sagst Du das auch häufiger oder hörst es häufiger? Ich arbeite in einem Kommunikationsberuf, und dennoch höre ich das bei mir im Büro erstaunlich oft. Ich würde bei Kommunikationsproblemen eher sagen „Da habe ich mich falsch ausgedrückt“, denn wenn mein Gegenüber das, was ich gesagt habe, nicht richtig versteht, liegt das ja wohl eher am Absender als am Empfänger. Und selbst wenn nicht, ist der Fortgang des Gesprächs immer leichter, wenn man nicht dem anderen „die Schuld“ zuschiebt, sondern sie auf die eigene Kappe nimmt (wenn man hier überhaupt von „Schuld“ reden möchte). Leider höre ich ein „Da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt“ nur sehr selten. Dabei kann man mit Ich-Botschaften jedes schwierige Gespräch, jede Diskussion ganz schnell entkrampfen. Beruflich wie privat. Wie Du Dir mit Ich-Botschaften das Leben ein Stückchen leichter machst – darum geht es heute in den Freutagsgedanken.

Ich-Botschaften nehmen den Dampf aus dem Kessel

Am letzten Wochenende war ich übermüdet (ich hasse die Zeitumstellung) und daher etwas dünnhäutig. Nach einigen lieblosen Antworten meiner Teenagertochter bekam ich auch noch eine ziemlich unzufrieden-stellende Antwort von meinem Mann, sodass ich wutschnaubend das Wohnzimmer verließ. Mein Mann mir hinterher – etwas verstört, weil er nicht wusste, was er falsch gemacht hatte. Früher hätte ich hier das große Fass aufgemacht: „Du tust NIE….“ oder „Du reagierst IMMER….“ Du kennst diese fruchtlosen, energieraubenden, ins Nichts führende Diskussionen bestimmt. Doch nach all den Ausbildungen und Reflektionen in den vergangenen Jahren diskutieren wir heute anders. Denn ich konnte ihm (immer noch etwas aufgebracht) sagen, dass ICH mir gewünscht hätte…., dass es bei MIR so und so ankam…., dass ICH jetzt das und das brauche. Ich-Botschaften haben den großen Vorteil, dass der andere nicht angegriffen und verletzt wird und man seine eigenen Bedürfnisse formulieren kann. Das ist deutlich zielführender. Nach wenigen Minuten hatte ich erklärt, was ich brauche, mein Mann hatte Verständnis dafür, weil er selbst nicht verletzt wurde. Nach zehn Minuten war der Vorfall durchgesprochen, die Emotionen raus, das Ganze vergessen. Ich-Botschaften machen Gespräche persönlicher und nehmen in der Regel den Dampf aus dem Kessel.

Mit Du-Botschaften kann man ein Gespräch eskalieren lassen

Doch leider sind Du-Botschaften privat wie beruflich weitaus verbreiteter. „Was bist Du denn heute so aggressiv?“, „Du könntest ruhig ein bisschen freundlicher sein“, „Du vergisst ständig etwas“. Du-Botschaften folgen oft nach einer Enttäuschung. Wir haben vom anderen eine bestimmte Reaktion oder ein bestimmtes Verhalten erwartet. Wenn das nicht kommt, dann lassen wir der Enttäuschung freien Lauf, indem wir den anderen mit einer Du-Botschaft kritisieren, abwerten oder auf die Weise eine Schuldzuweisung formulieren. Dabei tun wir so, als sei unsere Meinung die einzig Richtige. Dahinter steckt oft, dass man selbst verletzt wurde und nun will man zurück verletzen. Und das funktioniert oft auch recht gut. Denn kaum jemand reagiert auf Du-Botschaften offen und kooperativ. Im Gegenteil. Der andere geht dann oft selbst in die Offensive, reagiert mit Gegenangriff oder mit dem anderen Extrem: mit Rückzug und Schweigen. Mit Du-Botschaften kann man ein Gespräch in kürzester Zeit so richtig schön eskalieren lassen.

Ich-Botschaften wirken deeskalierend

Wenn Du also Interesse daran hast, dass ein Gespräch oder eine Diskussion mit Sinn und Ziel geführt wird, wenn Du willst, dass Deine Botschaften ankommen und wenn es nicht nur darum geht, Dein Gegenüber zu verletzten, dann probiere es einmal mit Ich-Botschaften. Denn Ich-Botschaften wirken eher deeskalierend. Mit Ich-Botschaften verurteilt man den anderen nicht, man greift ihn nicht an oder beschuldigt ihn. Dennoch kann man dem anderen mitteilen, wie sein Verhalten bei einem ankommen. Mit dem großen Unterschied, dass man bei einer Ich-Botschaft klar macht, dass diese Meinung subjektiv ist. Somit kann der Andere die Kritik annehmen oder eben auch nicht. Du-bist-Sätze sind zudem Zuschreibungen und machen die Person als Ganzes klein.

Wie formuliert man echte „Ich-Botschaften?

„Ich finde, Du könntest mehr Rücksicht auf mich nehmen“, ist keine echte Ich-Botschaft. Also wie formuliert man „echte“ Ich-Botschaften? Indem Du Deine Gefühle, Gedanken, Empfindungen und Bedürfnisse ausdrückst. Und zwar wirklich DEINE. Eine Aussage wie „Ich fühle mich von Dir missverstanden“ hört sich an wie ein Gefühl, ist aber eine Interpretation, denn woher weiß der Absender, ob der Empfänger einen wirklich missverstanden hat? Besser wäre: „Ich bin mit nicht sicher, ob ich das richtig rübergebracht habe“ oder „ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig ausgedrückt habe“.

Von der Du- zur Ich-Botschaft

Von der Du- zur Ich-Botschaft kommt man in wenigen kleinen Schritten. Als Erstes kommt es drauf an, seine Beobachtung auszudrücken – ohne sie zu bewerten. Wenn also zwei quatschen während man selbst einen Vortrag hält, könnte man sagen: „Euch hat mein Vortrag gar nicht interessiert.“ Wie wirkt das wohl auf die anderen? Man könnte aber auch sagen „Wenn Ihr Euch unterhaltet, während ich rede, wirkt das auf mich, als hättet Ihr kein Interesse“. Hört sich gleich ganz anders an, oder? Hier ist es außerdem sehr hilfreich, wenn man Zusätze wie „immer“, „nie“ oder „ständig“ vermeidet, denn Verallgemeinerungen helfen in kritischen Situationen nicht wirklich weiter.

Nach den Beobachtungen geht es um die eigenen Gefühle. Wie fühlt man sich, wenn der Andere sich verhält, wie er sich verhält? Hier ist es von Vorteil, wenn man tatsächlich Gefühle wie Unsicherheit, Irritationen oder Frust benennen kann. Hier gibt es viele fiese Fallen, denn angebliche Gefühl wie „missverstanden“, „täuschen“ oder „missbrauchen“ bewerten eher den Empfänger als dass sie die Gefühle des Absenders beschreiben.

Als Nächstes geht es darum, die eigenen Bedürfnisse auszudrücken. Denn wenn die eigenen Bedürfnisse nicht erfüllt werden, entstehen negative Gefühle. Die negativen Gefühle entstehen nicht, weil sich der Andere so verhält, wie er sich verhält. Also nicht „Ich bin sauer, weil Ihr quatscht, während ich hier rede“, sondern: „Ich bin sauer, weil ich Eure Unterstützung und Aufmerksamkeit brauche, um den Vortrag richtig gut halten zu können.“

Abschließend gilt es eine „Brücke“ zu bauen, um die Kommunikation mit dem Anderen fortführen zu können. Diese „Brücke“ kann eine Bitte sein – besser keine Forderung. Also „bitte schenkt mir Eure Aufmerksamkeit, damit ich hier mein Bestes abliefern kann“.

Je häufiger wir Ich-Botschaften formulieren, desto leichter fallen sie uns

Manchmal braucht man für Ich-Botschaften auch Mut, denn man offenbart seine eigenen Gefühle. Dafür ist man aber auch offener für die Gefühle und Perspektiven des Gegenübers. Das nährt Vertrauen und schafft Nähe. Dennoch gebe ich zu, dass Ich-Botschaften nicht immer ganz leicht sind. Aber die Übung macht den Meister. Je häufiger wir Ich-Botschaften formulieren, desto leichter fallen sie uns.

Um von Du- zu Ich-Botschaften zu kommen, braucht es etwas Achtsamkeit. Wie du die lernen kannst, liest Du hier: