Blog der LebensWandlerin Patricia Küll

Einer der wirkungsvollsten Schlüssel zum glücklich sein: Dankbarkeit

Einer der wirkungsvollsten Schlüssel zum glücklich sein: Dankbarkeit

Was macht mich glücklich? Wer macht mich glücklich? Wie werde ich glücklich? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns mehr als jede andere Generation davor. Warum? Weil wir es können. Weil wir die Zeit und die Ressourcen haben, uns um unser Glück zu kümmern. Das geht nämlich nur dann, wenn wir uns nicht 24 Stunden am Tag um existenzielle Dinge wie Nahrung oder Kleidung kümmern müssen. Und so ist es mittlerweile ein gut erforschtes Terrain, was uns glücklich macht. Über Dankbarkeit, die uns ganz einfach glücklich machen kann, und wofür Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dankbar ist – dazu heute mehr in den Freutagsgedanken.

Die Tugend Dankbarkeit hat es in sich

Menschen, die glücklich sind, bringen einige Voraussetzungen mit – nennen wir sie Tugenden. Das haben etablierte Glücksforscher wie Martin Seligman oder Mihály Csíkszentmihályi herausgearbeitet. Einige dieser Tugenden, wie Resilienz zum Beispiel werden vor allem in der Kindheit gebildet. Aber andere Tugenden, die uns glücklich machen können, können wir uns in jedem Alter selbst kreieren. Und dazu gehört die Tugend Dankbarkeit. Ja genau, diese altertümliche Eigenschaft, die völlig aus der Mode ist, weil wir alles Gute für selbstverständlich nehmen, kann uns auf ganz einfachen Weg glücklich machen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner über Dankbarkeit

Viele Menschen wissen das bereits. Eine davon ist die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Sie erzählte mir für mein Buch „Ab heute singe ich unter der Dusche“, dass sie abends vor dem Einschlafen nach den schönen Dingen des Tages sucht. „Ich finde, man sollte fast jeden Tag irgendeinen freudigen Moment haben, sonst ist es ja trüblich. Das kann sein, wenn man Mitarbeiter trifft, wenn man einen gemeinsamen heiteren Moment oder ein tolles Gespräch hat.“ Doch solche Momente gehen in der Hektik ihres Alltags oft unter, deswegen bemüht sie sich, diese zu entdecken, indem sie den Tag Revue passieren lässt. „Das mache ich häufig abends im Bett. Ich denke nach, wie war denn der Tag. Da fällt mir häufig erst auf, wie voll er war und dann fallen mir nette Begegnungen wieder ein, und das freut mich.“ Und mit dieser Freude und Dankbarkeit schläft sie ein.

Mit Dankbarkeit einschlafen

Seit diesem Gespräch mit Julia Klöckner denke auch ich jeden Abend an drei Dinge, für die ich an jedem Tag dankbar bin. Diese drei Dinge sind keine „Allgemeinplätze“ wie meine Kinder, mein Mann und meinen Job. Sondern drei Dinge, für die ich ganz speziell an jedem einzelnen Tag dankbar bin. Gestern Abend waren es diese drei Dinge:

1. Danke, dass die Aufzeichnung der Sendung „Landesart“ trotz Kälte, Nebel und Jetlag besser lief als erwartet.
2. Danke, dass wir ohne Stau aus der Pfalz nach Mainz zurückkamen und ich noch Zeit hatte, meiner Familie ein schönes Abendessen zu kochen und wir so ein nettes gemeinsames Essen hatten.
3. Danke für den ruhigen Abend mit meinem Mann (unser Fernsehanschluss ist gestört – so viel Ruhe hatten wir schon lange nicht mehr).

Dankbarkeit ist kein großes Ding

Du siehst also, Dankbarkeit ist kein großes Ding. Trotzdem ist es ein Schlüssel zum Glück. Die Glücksforschung ist sogar der Meinung, dass Dankbarkeit zusammen mit Großzügigkeit einer der wirkungsvollsten Schlüssel zum Glück sind. Wenn Du es nicht glaubst, dann probiere es einfach aus. Fange mit der kleinen Dankbarkeitsübung an, die ich jeden Abend mache. Denke an drei Dinge, für die Du ganz speziell an jedem einzelnen Tag dankbar bist.

Dankbarkeit für Selbstverständlichkeiten

Dann könntest Du ab und an dankbar sein für all das, was uns so selbstverständlich vorkommt: eine Dusche, die man anmacht und aus der zu jeder Tages- und Nachtzeit warmes Wasser kommt. Elektrizität, die uns per Knopfdruck das Zimmer erhellt oder Essen wärmt. Oder eine Heizung, die uns an diesen kalten Novembertagen nicht frieren lässt. Das alles ist für die meisten Menschen auf dieser Welt nämlich alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Dankbarkeit auch für Widrigkeiten

Fortgeschrittene in Sachen Dankbarkeit können sogar für unangenehme Sachen danken. Unannehmlichkeiten wie verspätete Züge, einen Schnupfen oder eine Autopanne. Warum man sogar für solche Widrigkeiten dankbar sein kann? Weil man nie weiß, wofür sie gut sind. Ich bin zum Beispiel vor ein paar Wochen auf der Heimfahrt von der Beerdigung meiner Schwiegermutter zweimal auf der Autobahn geblitzt worden. Sowas braucht man nie, aber nach einem solchen Tag schon gar nicht. Dennoch war ich dankbar dafür. Warum? Weil ich auf der Autobahn eigentlich immer zu schnell fahre und ich seit Jahren nicht mehr geblitzt wurde. Und die beiden Radarfallen, die mich erwischt hatten, dafür sorgten, dass ich seitdem wieder langsamer fahre. Und wer weiß, vielleicht bin ich dadurch in den letzten Wochen einem Unfall entgangen. Ich weiß es nicht, aber möglich wäre es doch, oder? Und so weiß man auch nie, wozu andere Widrigkeiten gut sind. Daher versuche ich, auch dafür dankbar zu sein.

Einfach mal „danke“ sagen

Zur Dankbarkeit gehört natürlich auch, anderen „danke“ zu sagen. Denke einmal darüber nach, in welchen Situation Du wem mal wieder danken könntest? Wie reagierst Du, wenn Du ein Kompliment bekommst? Sagst Du „danke“ und freust Dich darüber oder wiegelst Du ab? Ganz viele Menschen können mit Komplimenten nicht umgehen, aber hier ist ein gutes Feld, um das „Danke-sagen“ zu üben. Oder wann hast Du das letzte Mal Deinem Partner/ Deiner Partnerin danke gesagt, dass es sie gibt? Ich bedanke mich auch bei meinen Kindern, wenn sie unaufgefordert den Esstisch abräumen. Denn gerade bei den Menschen, die uns am nächsten sind, bedanken wir uns oft am wenigsten.

Mit Dankbarkeit machst Du auch andere glücklich

Mit jedem „danke“ schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe: Du machst Dich selbst ein bisschen glücklicher und dazu noch einen anderen. Mit einem „danke“ zeigst Du dem anderen, dass Du ihn und das, was er tut, wertschätzt. Wir alle freuen uns über Anerkennung und Selbstachtung und mit einem einfachen, aber ehrlich gemeinten „danke“ gibst du diesen Gefühlen Nahrung.

Bei Dankbarkeit gibt es keine Überdosierung

Also probiere es einfach mal wieder aus. Du wirst merken, dass Dir Dankbarkeit gut tut – und anderen auch. Man kann übrigens nicht dankbar genug sein – es gibt keine schädlichen Nebenwirkungen bei Überdosierung – das weiß ich nicht von der Glücksforschung, sondern aus eigener Erfahrung. Danke übrigens, dass Du meine Freutagsgedanken abonniert hast und für all das schöne Feedback, das ich dafür immer bekomme.

Und falls Dir der November gerade so trübe erscheint, dass Du für nichts dankbar sein kannst: hier gibt es Impulse gegen den Novemberblues:

Foto: pixabay/athree23

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