Wovor hast Du am meisten Angst?

Wovor hast Du am meisten Angst?

Wovor hast Du am meisten Angst? Diese Frage gehört zum Fragebogen, den sich Sven Hieronymus von seinen Gästen seiner Radioshow ausfüllen lässt. Sven Hieronymus ist der „Rocker vom Hocker“, er ist Comedian, Sänger und eben Radiomoderator. Bislang war er immer Gast in meiner Sendung – der Landesschau Rheinland-Pfalz – oder wir moderieren zusammen den Rosenmontagszug und nun werde ich Gast in seiner Radioshow. Und dafür bekam ich den Fragebogen mit vielen Fragen. Diejenige, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht, ist die oben genannte. Denn obwohl ich sehr schnell eine Antwort aufschrieb, musste ich danach noch lange darüber nachdenken. Mehr dazu heute in den Freutagsgedanken.

So schnell macht sich Angst breit

Wovor habe ich am meisten Angst? Beim Nachdenken darüber fiel mir eine Sequenz aus meiner Kindheit ein. Meine Schwester und ich waren alleine zu Hause. Wir waren ungefähr 10 und 11. Unsere Wohnung war eigentlich immer voller Trubel. Kein Wunder bei vier Mädchen. Aber an diesem Winternachmittag waren alle anderen ausgeflogen. Es muss Anfang Dezember gewesen sein – kurz vor Nikolaus. Meine Schwester und ich spielten gemeinsam in unserem Zimmer. Doch nach und nach wurde es immer dunkler. Der Flur vor der offenen Kinderzimmertür und der Rest der Wohnung – alles lag irgendwann im Stockfinsteren. Wir beiden Angsthasen machten die Tür zu und trauten uns nicht mehr aus dem Zimmer. Irgendwann hörten wir die Haustüre klappern und da bekamen wir so Angst, dass wir das Licht im Zimmer löschten und uns gemeinsam in eines unserer Betten unter die Decke kuschelten. Selbst als wir die Stimme unseres Vaters hörte, der unsere Namen rief, konnten wir nicht aus unserem Versteck, weil wir uns so regelrecht in die Angst hineingefürchtet haben.

Angst vor …. ja vor was eigentlich?

Eigentlich war es völlig absurd, aber wir hatten in diesem Moment wirklich schreckliche Angst. Wovor? Keine Ahnung. Vor der Dunkelheit? Der unbekannten Stille? Dem Nikolaus? Ich weiß es nicht mehr. Aber diese Situation zeigt sehr schön, wie unrealistisch unsere Ängste oft sind. Viele unserer Ängste haben keine Basis. Weil wir in vielen Fällen gar nichts gegen Situationen, die uns Angst machen, tun können. In vielen Fällen werden die Situationen nie wahr und nur ein ganz kleiner Prozentsatz von dem, was wir fürchten, tritt tatsächlich ein.

Wieviel Sinn macht Angst?

Wir fürchten uns vor einer schlimmen Krankheit? Oder vor dem Jobverlust? Oder dass einer der Irren, die gerade weltweit an der Regierung sind, auf den roten Knopf drückt? Wieviel Sinn machen diese Ängste? Gar keine, denn wir haben den Lauf dieser Dinge nicht in der Hand. Stattdessen versauen wir uns die Zeit, in der wir noch keine schwere Krankheit haben, unseren Job noch tun können und kein Depp irgendeine Atombombe gestartet hat. Die Zeit könnten wir genießen. Doch was tun wir? Wir fürchten uns.

Angst lässt uns erstarren

Es gibt einen sehr schönen Dialog in dem Film „Kingsman, The Golden Circle“. „Machen Sie sich Sorgen?“ Und die kurze Antwort lautet: „Würde das was nützen?“ Nein, natürlich nützt es nichts, sich Sorgen zu machen. Das verbessert eine Situation nämlich nicht, sondern sorgt nur dafür, dass wir in Starre verfallen, unbeweglicher und unflexibler werden.

Um Probleme, die mir Angst machen, kümmere ich mich, wenn sie da sind

Ich habe es in meinem Elternhaus sehr früh gelernt, mir Sorgen zu machen. Jetzt bin ich alt genug, um zu verstehen: Das bringt gar nichts. Und ich will mir auch keine Sorgen mehr machen. Ich halte es mit der schönen Aussage: I cross the bridge when I get there. Soll heißen: Wenn jemand ein Problem erwähnt, dass irgendwann einmal auftauchen könnte, dann werde ich mich dann darum kümmern, wenn es da ist. Viele Probleme tauchen nämlich wie gesagt nie auf.

Wovor habe ich am meisten Angst?

Wovor habe ich am meisten Angst? Beim Nachdenken über diese Frage durfte ich feststellen, dass ich vor nichts wirklich Angst habe. Nicht mehr. Was für ein gutes Gefühl. Da ich Sven aber eine Antwort auf seine Frage geben wollte, schrieb ich: vor Deinen Fragen.

Das Interview ist am Donnerstag, 31. Januar von 22 – 24 Uhr live auf RPR 1 zu hören.

Und hier noch einige Impulse zum Thema, wie man ungeliebte Gefühle los wird:

Hier ist das Interview, das ich mit Sven in der Landesschau Rheinland-Pfalz geführt habe:

Bild: Pixabay/Open Clipart-Vectors

2 Kommentare
  1. Luzia sagte:

    Liebe Patricia,
    das Thema bringt bestimmt viele zum Nachdenken. Danke dafür.
    Angst lähmt total und ich kann bestätigen 95-99 % unserer Ängste sind für die Katz!!!

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.